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ESSLINGEN: Der Autor Andreas Roos eröffnet am kommenden Mittwoch seinen Lyriksalon in der alten Spinnerei
Von Alexander Maier
Als Lyriker hat der Esslinger Andreas Roos schon häufiger auf sich aufmerksam gemacht - etwa mit seiner alljährlichen »Eulentexte«-Veranstaltung im Georgii-Gymnasium. Und weil er aus eigenem Erleben weiß, wie schwer es Vertreter seiner Zunft haben, mit ihren lyrischen Werken Gehör zu finden, will er ihnen nun ein Forum bieten. »Rosen's Lyriksalon« heißt eine neue Veranstaltungsreihe, die einmal im Monat in der alten Spinnerei in der Maille 3 drei Autoren und deren Texte präsentiert. Kommenden Mittwoch feiert die neue Reihe ihre Premiere.
»Die Mixtur muss stimmen« Beim Verein Kultur am Rande rannte Roos offene Türen ein. Eigentlich sollte »Rosen's Lyriksalon« ja im Café Kulturschock seine Premiere feiern, doch das jähe Ende der Kulturkneipe machte Andreas Roos einen Strich durch die Rechnung: »So habe ich mich nach Alternativen umgeschaut und kam mit Kultur am Rande in Kontakt, was sich im Nachhinein als Glücksfall erwiesen hat.
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Die alte Spinnerei ist wie geschaffen für einen Lyriksalon, und die Zusammenarbeit mit dem Verein hat sich sehr positiv angelassen.« Das Konzept der neuen Reihe ist klar: Der Initiator wird jedesmal drei Autoren, die nicht ganz neu sind auf lyrischem Terrain, vorstellen, die zunächst ihre Texte präsentieren und anschließend im Gespräch über sich und ihre Arbeit erzählen werden. Die Auswahl seiner Gäste behält sich Andreas Roos selbst vor: »Die Mixtur muss stimmen, und ich habe ein ganz gutes Gespür für das, was gut zusammenpasst. Deshalb bietet es sich bei dieser Veranstaltung an, die Gäste nicht nur mit dem Los auszuwählen. Ich verstehe mich nicht als unüberwindbare Jury, sondern als Förderer regionaler Dichtkunst.«
Offen für viele Ansätze Reichtümer sind weder für den Veranstalter noch für die Autoren zu verdienen: Anfangs erwartet Roos jedesmal rund 30 Besucher. Was nach Abzug der Kosten vom Eintrittsgeld (fünf Euro)übrig bleibt, wird hinterher aufgeteilt. Und wenn im kommenden Jahr der erhoffte Zuschuss vom Kulturreferat gewährt werden sollte, will Roos das zusätzliche Geld nutzen, um die Reihe noch bekannter zu machen. Andreas Roos will den Lyrik-Begriff nicht allzu puristisch interpretieren: Er wird bei mir bewusst weit gefasst und reicht von klassischen
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Gedichten über freie Rhythmen, moderne Gedichtformen und Sprechgesang bis zu Liedermachern, wobei die Stücke in deutscher Sprache verfasst sein müssen. Kurzgeschichten sowie Kabarett sind tabu. Musikalische Gäste sind ebenfalls willkommen, hier darf’s auch gerne mal eine andere Sprache sein.« So wird beim Eröffnungs-Salon, der am Mittwoch, 29. September, um 20 Uhr beginnt, neben den Lyrikern Karl Rüdiger Marion und Astrid Eichner auch der Songwriter Roman Wreden zu hören sein. Werner Bolzhauser vom Verein Kultur am Rande freut sich über die neue Reihe: »Wir sind immer offen für neue Ideen, und der Lyriksalon passt sehr gut in die alte Spinnerei. Es ist so wichtig, gerade Lyrikern ein Forum zu bieten, weil sie es besonders schwer haben, Auftrittsmöglichkeiten zu finden.« Bolzhauser könnte sich vorstellen, dass irgendwann auch Menschen vom Rande der Gesellschaft, mit denen und für die der Verein Kultur macht, eine der Lesungen mit ihren Texten bestreiten. An Andreas Roos würde das nicht scheitern: »Das wäre sogar sehr wünschenswert.«
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